Sumpfzypresse


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sumpfzypressen wachsen im Muskauer Park an zwei sehr markanten Stellen; die eine Gruppe am fließenden Gewässer der Hermanns-Neiße, die andere im Schlossgarten vor dem Neuen Schloss im Zusammenspiel mit der kugelrunden Blutbuche. Nur am Ufer der Hermanns-Neiße haben sich die typischen Luftwurzeln ausgebildet, die wissenschaftlich Atemknie (Pneumatophoren) heißen. Sie haben die Aufgabe, die Wurzeln in sumpfigem Gelände zusätzlich mit Luft zu versorgen. Die vielgestaltige Luftwurzeln der möglicherweise vor 170 Jahren, zur „Pücklerzeit“ gepflanzten Sumpfzypressen sehen wie verwunschene Gestalten aus – erstarrt in ihrer Bewegung.

Der andere Standort im Schlossgarten ist trocken und gut durchlüftet. Hier haben die Sumpfzypressen keinerlei Luftwurzeln. Übrigens sind an beiden Standorten die Sumpfzypressen paarweise gepflanzt worden. Die zwei im Schlosspark waren bei den Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg unter Beschuss geraten. Eine musste später gefällt werden. Heute ist eine zweite kleine Sumpfzypresse nachgepflanzt worden. Sie entwickelt sich neben ihrer großen Schwester verhältnismäßig gut.

Die natürlichen Vorkommen der Sumpfzypresse sind die südlichen Sumpfwäldern der USA. Früher war die Art auch in unseren Breiten anzutreffen, verschwand aber mit den Eiszeiten.  Schon 1895 wurde in wissenschaftlichen Abhandlungen über ihr Vorkommen berichtet. Auf der Sohle eines niederlausitzer Braunkohleflözes hat man aufrecht stehende, bis 10 Meter im Umfang messende Baumstümpfe der Art Taxodium distichum gefunden. Merkwürdigerweise waren diese Überreste durchweg nur 1 Meter hoch und sahen aus, als hätte man sie abgesägt. Diese Baumart macht neben heute noch vorhandenen einheimischen Laubgehölzen wie  Pappeln, Wallnuss, Haselnuss und Buchen den Hauptbestandteil der Braunkohle aus.

Sumpfzypressen werfen im Herbst (Oktober/November) ihre Nadeln (Blätter) ab, nachdem sich diese braunrot gefärbt haben und stehen dann im Winter ebenso kahl wie unsere einheimischen Laubbäume und Lärchen da. Das Schönste aber sind auch dann wieder ihre zauberhaften Luftwurzel-Gestalten…

   
 
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Stand: 21-Feb-2012